Am 15. Februar erschien die neue Ausgabe des Gründermagazins StartingUp. Mit dabei: ein vierseitiger Gastbeitrag von DATAlovers-Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Peter Gentsch in der Rubrik Marketing. Unter dem Titel „Was tun mit der Datenflut?“ thematisiert er in seinem Beitrag die Möglichkeiten und Potenziale, die der Einsatz von intelligenten Algorithmen im Marketing in Zeiten von Big Data mit sich bringt. In den vergangenen Jahren hat die Menge an vorhandenen Daten – im Marketing sind dies vor allem die Kundendaten – explosionsartig zugenommen. Big Data ist zu einem allseits bekannten, tagtäglich fallenden Schlagwort geworden: Fast jeder sammelt Tag für Tag unendlich viele Daten. Dennoch wissen viele Unternehmen nicht, wie sie diese gesammelten Daten optimal nutzen können, um das volle Potenzial von Big Data auszuschöpfen. Klassische Systeme und Softwarelösungen zur Datenverarbeitung können den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Die Lösung: Algorithmic Business. Setzt man Algorithmen zur Datenverarbeitung im Marketing ein, eröffnen sich neue Vorteile und Chancen. Dabei sind Algorithmen keine Neuheit. Vielmehr erfahren diese heutzutage durch Big Data und künstliche Intelligenz ein völlig neues Potenzial. So ermöglichen diese eine effiziente Analyse und Gruppierung großer Datensätze sowie das Erkennen von Mustern und Trends. Veränderungen, beispielsweise im Verhalten eines Kunden entlang der Customer Journey, können in Echtzeit erfasst und beobachtet werden. Der Algorithmus kann daraus obendrein Empfehlungen für Echtzeitmaßnahmen liefern. Im Ergebnis kann so der Marketingprozess effizienter und kosteneffektiver gestaltet werden, wodurch mehr Freiräume für andere – anspruchsvollere – Aufgaben und mehr Kreativität entstehen. Durch die entstehende Nähe zum Kunden kann zudem die Kundenloyalität gesteigert werden – ein entscheidender Konkurrenzvorteil. Hinzu kommt, dass Algorithmen immer intelligenter werden und zunehmend die Fähigkeit besitzen, sich durch selbstständiges Lernen zukünftig selbst weiterentwickeln zu können. Solche lernfähigen Algorithmen werden beispielsweise auch bei uns, den DATAlovers, entwickelt und eingesetzt. Doch wie genau werden diese Algorithmen im Marketing in der Praxis eingesetzt? Der klassische Marketingprozess besteht aus vier Phasen: der Situationsanalyse, der Ausarbeitung einer Marketingstrategie, dem Marketing-Mix und letztendlich der Implementierung und Erfolgsmessung. Die gute Nachricht: Algorithmen können in allen vier Phasen erfolgsversprechend eingesetzt werden. So können beispielsweise Bots im Rahmen der externen Situationsanalyse das Internet nach bestimmten Schlüsselbegriffen durchsuchen oder Chatverläufe des Kundenservice observieren und analysieren, um so Informationen über die Kunden und deren Bedürfnisse zu erhalten. Bei der Erstellung der Marketingstrategie können Algorithmen weiterhin bei der Zielgruppensegmentierung und -identifizierung unterstützen. Auch für den Marketing-Mix, der aus den vier Bereichen Produkt, Preis, Promotion und Platzierung besteht, eröffnen sich einige Möglichkeiten durch den Einsatz von Algorithmen: So erlauben diese beispielsweise eine dynamische, automatisierte Preisregulierung von Produkten je nach aktueller Nachfrage- und Angebotssituation. Im Bereich Promotion können Algorithmen unter anderem aus dem Kundenverhalten lernen und dem Kunden gezielt individualisierte Werbung und Empfehlungen auf den entscheidenden Kontaktpunkten entlang dessen Customer Journey ausspielen. Auch im letzten Schritt des Marketingprozesses, also in der Implementierungs- und Kontrollphase, können Algorithmen entscheidende Aufgaben übernehmen, zum Beispiel das Lancieren einer neuen Website oder das Versenden von Kampagnen via E-Mail und deren Erfolgsmessung. Große digitale Player wie Amazon, Uber und Netflix setzen solche Algorithmen bereits erfolgreich ein. Dennoch ist trotz deren vielversprechendem Potenzial zu beachten, dass der Einsatz von Algorithmen im Marketing erst nach ausreichender Auseinandersetzung mit diesem Thema zu Erfolg führen kann. Für Unternehmen ist es also essenziell, dass die Grenzen und Chancen dieser Algorithmen vollständig verstanden und abgewogen werden, bevor diese zum Einsatz kommen. Hierbei spielen beispielsweise die notwendige Kontrolle und Beaufsichtigung der Algorithmen sowie Bedenken seitens der Kunden hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz eine wichtige Rolle. In diesem Sinne äußert sich der optimale Einsatz dieser Technologie für das Marketing in der Praxis häufig in Form einer Kombination aus Algorithmen, gepaart mit „echter“ menschlicher Beobachtung und Kontrolle.

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